Timor et tremor

Bezeichnung Wert
Titel
Timor et tremor
Untertitel
Angst in der Musik der Frühen Neuzeit
Verfasserangabe
Andreas Domann
Medienart
Sprache
Person
Reihe
Reihenvermerk
93
Verlag
Ort
Stuttgart
Umfang
358 Seiten
ISBN10
3-515-13928-1
ISBN13
978-3-515-13928-1
Schlagwort
Annotation
Das Leben in der Frühen Neuzeit wurde von Gewalterfahrungen und Unsicherheiten bestimmt, die Furcht und Angst immer wieder zum Bestandteil des Alltags werden ließen. Verschiedene Formen der Musik – seien es Liedflugschriften, geistliche oder weltliche Vokalwerke – zeugen hiervon. Die artifizielle Verarbeitung von Ängsten lässt erkennen, wie sehr sie mit ihren sozialen und kulturellen Voraussetzungen verwoben sind: Sie thematisieren die drei großen Landplagen (Krieg, Pest und Hunger), Verbrechen wie Mord, Raub und Gewalt gegen Frauen ebenso wie die Furcht vor Gott und dem Jüngsten Gericht: Die Ungewissheit, ob dem Tode das ewige Leben oder die Verdammnis folgen werde, und der Gedanke an die ewige Höllenqual konnten unermessliche Angst bedeuten. Wenn die Menschen die Angst vor der Natur oder die Furcht um ihr Seelenheil thematisierten, so sprachen sie auch von sich selbst. Die Art und Weise ihrer Selbstthematisierung bestimmte die Semantik der Angst, und die Artikulation des Schreckens ging wiederum mit Selbstthematisierung einher: Indem sie zu benennen versuchten, was sie existenziell bedrohte, gaben sie umfänglich und differenziert über ihr eigenes Selbst und all jenes Auskunft, wodurch dieses Selbst bestimmt wurde.
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